SchreibMeister auf Holzsuche in Ecuador

Ganz besondere Hölzer bedürfen auch ganz besonderer Maßnahmen. Und so flog unser Chef-Holz-Scout Michael im Frühjahr 2019 für 6 Wochen nach Ecuador, um dort auf die Suche nach ausgefallenen und ganz besonderen Hölzern zu gehen. Und er ist natürlich fündig geworden. So brachte er mit etwas Glück (und ein paar Gesprächen mit der Außenhandelswirtschaftsstelle) unfassbare Schätze aus diesem tollen Land mit.

 

Eukalyptus von der Villa Alexander von Humboldt

Am Rande des Cotopaxi-Nationalparks befindet sich die Hacienda „La Cienega“, in der Alexander von Humboldt während seines Aufenthaltes und seiner Forschungen dort gelebt hat (1802). Vor und um die Villa stehen sehr alte Eukalyptusbäume. Unser Chef-Holz-Scout Michael hat im Rahmen der Baumpflege die Erlaubnis erhalten, Äste von diesen Bäumen, die Alexander von Humboldt noch unter ihnen haben durchlaufen sehen, für sich abzuschneiden, aufzubereiten und mitnehmen zu dürfen. Und so ist er mit seiner Säge frisch ans Werk gegangen und hat diese historisch einmaligen Holzabschnitte für SchreibMeister gewinnen können.

Holz-Scout Michael und Don Luis beim Entasten.

Bei Ablängen auf geeignetes (und vor allem transportables) Maß.

Blick aus der Villa in den Park aus dem Zimmer von Humboldt. Von hier aus gesehen links sägt grade Michael die Eukalyptus-Äste.


Die Baumgrenze und heilige, geschütze Bäume, die nur dort wachsen

Bei aller Liebe zum Holz gibt es Grenzen, die wir streng befolgen: Fälle keinen Baum, nur um etwas daraus zu basteln; schütze bedrohte Pflanzen und kaufe nie exotische Hölzer von unbekannten Quellen. 

Holz-Scout Michael befindet sich auf dem Weg über die Wachstumsgrenze runter zur Anden-Ostflanke. Das Ziel sind die Tropengehölze hinter Baeza. Baeza ist eine Kleinstadt im Kanton Quijos in der Provinz Napo in Ecuador. Es ist die Heimat der Ureinwohner von Quijos-Quichua. Auf den Weg dorthin begegnet er einen Ranger, der gerade dabei ist, die Straße mit dem Holz der dort wachsenden Bäumen auszubessern. Bei einem Unfall ist die Straße stark beschädigt worden. Und ein Baum der Gattung Polylepis wurde entwurzelt und umgerissen. Die Polylepis-Wälder besitzen eine einzigartige Flora und Fauna, die nur in dieser Gegend vorkommen. Diese Wälder gelten als eines der am stärksten gefährdeten Ökosysteme der Hochanden.

Michael zeigte dem Ranger den SchreibMeister Prospekt – und dieser war ganz begeistert, dass man aus Holz so was machen kann. So was hatte er noch nie gesehen. Natürlich durfte sich Michael ein schönes Stück von diesem nirgends erhältlichen Holz absägen und mitnehmen. Wenn man behauptet, das sei eine Rarität, übertreibt man wirklich nicht. Und so gelangt SchreibMeister in den Besitz dieses wirklich einmaligen und überaus seltenen Holzes.

Ein Baum der Gattung Polylepis, direkt hinter der Leitplanke.

Michael im Gespräch mit dem Ranger. 

Michael beim Absägen der Holzstücke.

Ein Teil des Holzes, das nicht von ungefähr auch „Schuppenbaum“ genannt wird.


Eine kleine Schreinerei und eine Avocado-Plantage

Natürlich gibt es in Südamerika auch Schreinereien, die nicht viel anders aussehen als unsere. Die Leute dort machen einfach tolle Handwerkskunst. Und während wir in Deutschland Birke, Buche und Eiche verwenden, hobeln und sägen diese Kollegen dort Mahagoni, Amarillo Buchsbaum, Guayacan-Ebenholz, Sandelholz und viele für uns ebenso unaussprechliche wie unerreichbare Holzarten. Aber auch die Schreiner dort wissen, was gutes Werkzeug ist und arbeiten mit Maschinen z. B. von DeWalt und Bosch. Und sie freuen sich über das Interesse von uns an ihrer Arbeit.

Ein super netter Schreinerkollege hat uns durch seine Werkstatt geführt. 

Moderne Maschinen – und jede Menge Staub.

Und wie vermutlich überall auf der Welt: Jede noch so kleine Ablagemöglichkeit ist mit irgendeinem Projekt vollgestellt. 

Eine kreative Art der Aufbewahrung – gibt es auch in Südamerika.

Frisch gesägt: Avocado Äste.

Der Reisebegleiter: die Säge, mit der viele Holzstücke gesägt wurden. Die wurde jedoch schnell stumpf und bald durch ein einheimisches Modell ersetzt.


Abenteuer unterwegs – auf der Suche nach dem Holzschatz

Auf seiner Reise durch Ecuador kam Holz-Scout Michael durch sensationelle Landschaften, abgelegene Dörfer und paradiesähnliche Wälder. Ein bemerkenswerter Spruch von ihm beim Anblick einer Regenwaldlichtung: „Da, wo ich früher Landschaft gesehen habe, sehe ich heute nur Bäume und Holz“. Diese Begeisterung für Holz führte nicht nur zu vielen interessanten Kontakten und angeregten Gesprächen, sondern auch zu unglaublichen Holzstücken.

Michael im Gespräch mit Holzarbeitern, denen er von unserer Suche nach dem besonderen Holz erzählt....

... und die „Holzausbeute“ des Tages mit einzigartigen Farben und Maserungen.

Hier liegt so viel exotisches Holz rum, dass man gar nicht weiß, was man nehmen soll.

Eine kleine Auswahl wurde es dann doch.

Das Holz des Tages, gewaschen und gereinigt.

Natürlich wird das Holz gleich vor Ort bestimmt. Mit etwas Glück und Google kriegt man auch die deutschen Bezeichnungen raus.


Unser „Küstenschreiner“

Auf dem Weg zur Küste sah Michael am Rande der Straße ein Schild „Schreinerei“. Dieser Umstand bedurfte dringend genauerer Betrachtung. So kam ein super netter Kontakt zu einem Schreiner zustande, der viele tolle Holzarten verarbeitet, mit halbwegs modernen Kommunikationsmitteln ausgestattet ist und der die Thematik mit dem internationalen Versand verschiedener Holzarten kennt. 

Vom Stuhl über Schränke, Betten, Kästen bis hin zu Bauschreinerei wird hier alles gemacht. Die Maschinen entsprechen in etwa denen bei uns in Deutschland – nur ohne jegliche Sicherungsvorrichtungen. Trotzdem, so versicherte er uns, passiert bei denen auch nicht mehr als in unseren Schreinereien. In seinem „Showroom“ hatte er einige Bretter verschiedener Holzarten ausgestellt, bei denen ein durchschnittlicher mitteleuropäischer Holzkünstler sich irgendwo zwischen Schnappatmung, Speichelfluss und muskulärer Dysfunktion befinden dürfte. Natürlich hat ihn Michael gebeten, uns von seinen Holzarten Musterbretter zu schneiden. 

 

Das Holz, das hier verarbeitet wird, stammt aus zertifizierten Fincas mit Genehmigung des Umweltamtes. Das Holz, das – gegen Rechnung –  hier erworben wird, darf legal ausgeführt werden. Ein großer Vorteil für SchreibMeister. Von dort wird noch mehr kommen ...

Der Meister bei der Arbeit an einem Mahagoni-Brett.

Der Dickenhobel – wie bei uns, nur ohne Sicherungsvorrichtungen. Und ohne Späneabsaugung.

Der Meister und seine Helfer.

Der „Showroom“ mit den am meisten verarbeiteten Holzarten. Manche sind bei uns im Handel komplett verboten ... und somit nicht erhältlich.

Früchte und Holz vom Mate-Baum, auch Kalebassenbaum genannt. 


Die verarbeitetenHolzarten. Das eine oder andere erkennt man als Fachmann, für alles andere gibt es Google. Oder Holzlexika. 

Unsere Musterbretter – fein säuberlich geschnitten und zur Abholung bereit.


Und schließlich ... auf der Werkbank in der SchreibMeister Werkstatt

Nun ist es mit dem Import von Tropenhölzern nicht ganz so einfach. Ein Anruf seitens SchreibMeister bei der IHK brachte erste Erkenntnisse und einen tollen Kontakt zur Außenhandelswirtschaftsstelle. Und auch dort bekamen wir, ohne Warteschleife oder nervtötende Musik, sofort den gewünschten – und richtigen! – Ansprechpartner, der uns sehr geduldig, kompetent und richtig nett Auskunft und Hilfestellung gegeben hat. 

Der Flug von Michael (über ganz unverdächtige Orte wie Bogota) verlief ohne Zwischenfälle. Und so konnte am Ende der Reise eine riesige Sammlung einzigartiger exotischer Hölzer Südamerikas auf der Werkbank in der SchreibMeister Werkstatt ausgebreitet werden.

 

In Bälde werden wir erste Hölzer aus dieser Sammlung verarbeiten – das wird sensationelle Stifte ergeben. Bei Interesse rufen Sie uns einfach an oder schicken Sie uns ein E-Mail :-)